Assyrtiko ist Santorins bedeutendste weiße Rebsorte — der Grund, warum Weinkritiker die Insel in einem Atemzug mit deutlich größeren Weinregionen nennen. Sie ergibt einen trockenen, säurebetonten Weißwein mit einer charakteristischen salzig-mineralischen Note, die Winzer auf den vulkanischen Boden der Insel zurückführen — und sie wächst hier unter Bedingungen, die den meisten anderen Reben nicht überleben würden.
Warum der Vulkan eine Rolle spielt
Santorin bekommt sehr wenig Niederschlag und hat praktisch keine natürliche Wasserquelle, sodass die Reben größtenteils von morgendlicher Feuchtigkeit leben, die der vulkanische Boden — lokal aspa genannt — aufnimmt. Der Boden selbst besteht aus porösem Bimsstein und Asche statt fruchtbarer Erde, was die Reben unter Stress setzt und nach Ansicht vieler Winzer den Geschmack der Trauben konzentriert.
Einige der ältesten Reben Europas
Da die Reblaus — jene Wurzellaus, die im 19. Jahrhundert die europäischen Weinberge verwüstete — im sandig-vulkanischen Boden Santorins nicht überleben kann, sind viele Reben der Insel unveredelt und sehr alt, manche angeblich über hundert Jahre. Einige Erzeuger füllen eigene Cuvées ausschließlich aus diesen alten Reben ab.
Geschmacklich
Zu erwarten sind hohe Säure, ein trockener, knackiger Abgang und Zitrus- oder Grünapfelnoten, überlagert von einer salzigen, fast rauchigen Mineralität, die man in Weinen von anderswo kaum findet. Er passt hervorragend zu Meeresfrüchten und Fava.
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